Wittgensteiner Land

Das Witt­gen­stei­ner Land (geläu­fi­ger: Witt­gen­stein) ist eine Regi­on im Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein, zu klei­nen Antei­len auch im Hoch­sauer­land­kreis, in Nord­rhein-West­fa­len. Es ist prak­tisch deckungs­gleich mit dem ehe­ma­li­gen Kreis Witt­gen­stein, der inner­halb des neu­en Krei­ses Sie­gen-Witt­gen­stein in nur noch drei Gemein­den (Bad Ber­le­burg, Bad Laas­phe und Erndte­brück) zusam­men­ge­fasst wurde.

Zusätz­lich zähl(t)en die Höhen­dör­fer Hohe­leye, Lan­ge­wie­se, Neu­as­ten­berg und Moll­sei­fen nord­öst­lich von Bad Ber­le­burg, die bei der Gebiets­re­form Stadt­tei­le von Win­ter­berg (Hoch­sauer­land­kreis) wur­den, dazu, wenn­gleich sie, auch auf­grund der Aus­glie­de­rung, heu­te oft dem Sauer­land zuge­rech­net werden.

Eckdaten

Das Witt­gen­stei­ner Land ist durch die an Ebschloh und Bären­kopf über 680 m errei­chen­de Was­ser­schei­de zwi­schen Eder und Lahn deut­lich in einen Nord­teil mit Erndte­brück und Ber­le­burg im Ein­zugs­ge­biet der Obere­der und einen Süd­teil mit Laas­phe im Ein­zugs­ge­biet der Ober­lahn auf­ge­teilt. Da die nörd­lich par­al­le­le Eder um rund 90 m höher fließt als die Lahn, fin­det sich der nied­rigs­te Punkt des Witt­gen­stei­ner Lan­des auf etwa 290 m ü. NN am Aus­tritt der Lahn unter­halb von Nie­der­l­aas­phe (Obe­res Lahn­tal). Höchs­ter Punkt des Alt­krei­ses war der Ger­ken­stein (792,7 m) an der Was­ser­schei­de der Ode­born zur Len­ne im äußers­ten Nord­os­ten. Im heu­ti­gen Kreis­ge­biet ist der wei­ter süd­west­lich gele­ge­ne Albrechts­berg (772,1 m), Basis des Kamms der Rot­haar an der Was­ser­schei­de zwi­schen Len­ne und Eder, höchs­ter Berg, jedoch nicht höchs­ter Punkt: Die­ser fin­det sich im äußers­ten Nord­os­ten und eben­falls an der Kreis­gren­ze, mit über 788 m Höhe über NHN süd­süd­west­lich der Wal­lers­hö­he im Mas­siv der Zie­gen­hel­le. Höchs­te Erhe­bung des zur Lahn ent­wäs­sern­den Süd­teils ist der Kom­pass (694 m) im äußers­ten Süden.

Heu­te (2020) leben im erwei­ter­ten Stadt­ge­biet Bad Ber­le­burgs rund 19.000 Men­schen, in Bad Laas­phe etwa 13.500, in Erndte­brück etwa 7.000 und in den Höhen­dör­fern zusam­men gut 350, was etwa 40.000 Ein­woh­ner für die 488,66 km² gro­ße Flä­che des Alt­krei­ses ergibt.

Naturräumliche Zuordnung

In der 4./5. Lie­fe­rung zum Hand­buch der natur­räum­li­chen Glie­de­rung Deutsch­lands wur­de im Jahr 1957 eine 468,8 km² umfas­sen­de natur­räum­li­che Haupt­ein­heit Witt­gen­stei­ner Land beschrie­ben, die bereits im Jahr 1954 kar­tiert wor­den war. Die­se umfass­te neben dem Witt­gen­stei­ner Kern­land auch Tei­le des Hes­si­schen Hin­ter­lan­des. Umge­kehrt waren Rand­be­rei­che des his­to­ri­schen Witt­gen­stei­ner Lan­des wie das Obe­re Lahn­tal bei Laas­phe sowie höher gele­ge­ne Tei­le des Rot­haar­ge­bir­ges, dar­in die Höhen­dör­fer süd­west­lich des Kah­len Asten, ausgespart.

Mit der Kar­tie­rung von 1960 und den Ein­zel­blät­tern 125 Mar­burg (1960), 111 Arol­sen (1963), 110 Arns­berg (1969) und 124 Sie­gen (1972) wur­de jedoch die Haupt­ein­heit wie­der auf­ge­ge­ben und die vor­mals unter Witt­gen­stei­ner Land zusam­men­ge­fass­ten Land­schaf­ten wur­den größ­ten­teils dem Rot­haar­ge­bir­ge (Haupt­ein­heit 333), zu klei­ne­ren Antei­len auch dem Ost­sauer­län­der Gebirgs­rand (322) zuge­ord­net. Es ver­blie­ben die fol­gen­den Hauptlandschaften:

  • Auer Eder­berg­land (333.42)
  • Witt­gen­stei­ner Kam­mer (333.1)
  • Süd­witt­gen­stei­ner Berg­land (Witt­gen­stei­ner Lahn­berg­land; 333.2)
  • Sack­pfei­fe (333.3; prak­tisch ganz in Hessen)
  • Hin­ter­län­der Eder­berg­land (332.1)

Bei der Witt­gen­stei­ner Kam­mer han­delt es sich um eine größ­ten­teils gero­de­te Hoch­mul­de, die im Nord­os­ten den Tälern der Ode­born (ab Girk­hau­sen) und der Eder (ab Berg­hau­sen) bis zu ihrem Zusam­men­fluss in Raum­land folgt. Von Berg­hau­sen aus eder­auf­wärts nach Wes­ten ver­län­gert sich die­se gero­de­te Auen­land­schaft bis Aue und von dort aus nord­wärts ent­lang der Kap­pel bis Win­ge­shau­sen; die­se Land­schaft wird auf Blatt Arns­berg jedoch dem Auer Eder­berg­land zugerechnet.

Den Süden der Kam­mer nimmt das hüge­li­ge Land zwi­schen Raum­land und Erndte­brück ein, wo wie­der die Eder erreicht wird. Aus­ge­spart sind die bewal­de­ten Höhen­rü­cken zwi­schen Aue (N), Berg­hau­sen (O) und Bir­kel­bach (SW), die am Strauch nörd­lich Bir­kel­bachs 643 m errei­chen, sowie das Eder-Eng­tal zwi­schen Rös­pe und Aue, die, zusam­men mit Erhe­bun­gen links der Eder, das Auer Eder­berg­land bilden.

Mit­tig quer in West-Ost-Rich­tung wird das Witt­gen­stei­ner Land durch den Stün­zel­rü­cken, der sich ent­lang der Rhein-Weser-Was­ser­schei­de vom Ebschloh (686,3 m) über den Bären­kopf (680 m) bis zur Sack­pfei­fe (674 m) zieht, geteilt. Die­ser Höhen­zug bil­det, von Ebschloh (wird bereits zum Eder­kopf-Lahn­kopf-Rücken gezählt) und Sack­pfei­fe abge­se­hen, den Nor­den des Süd­witt­gen­stei­ner Berg­lands. Streng genom­men exis­tiert kei­ne wirk­lich geo­mor­pho­lo­gi­sche deut­li­che West­gren­ze des Natur­raums Sack­pfei­fe, wenn man nicht, anders als Blatt 125 Mar­burg, als West­gren­ze die Schar­te des eigent­li­chen Sack­pfei­fen­rü­ckens näh­me – die ande­rer­seits nur einen Höhen­rü­cken von den angren­zen­den abtrenn­te. Ledig­lich kul­tur­räum­lich ver­läuft hier die Gren­ze zwi­schen dem Witt­gen­stei­ner Land und dem Hes­si­schen Hinterland.

Die süd­li­chen, quell­nah oder von rechts zur Lahn ent­wäs­sern­den Tei­le des Süd­witt­gen­stei­ner Berg­lands sind weit­ge­hend unbe­sie­delt und bewal­det. Eine Aus­nah­me bil­det das Feu­din­ger Becken mit Feu­din­gen und eini­gen Wei­lern nord­west­lich des Dor­fes, das deut­lich ein­ge­senkt ist. Der Hain­berg, die ein­zi­ge nen­nens­wer­te inne­re Erhe­bung, bleibt mit 528,1 m weit hin­ter den Rand­hö­hen (im NW etwa das Ebschloh) zurück.

Den nörd­li­chen Osten des his­to­ri­schen Witt­gen­stei­ner Lan­des nimmt das Hin­ter­län­der Eder­berg­land bei­der­seits der Eder zwi­schen Dotz­lar und Bed­del­hau­sen ein, das, wie der Name ver­mu­ten lässt, sich ins Hes­si­sche Hin­ter­land fortsetzt.

Klima

Das Witt­gen­stei­ner Land weist ein aus­ge­spro­chen rau­es Kli­ma auf, in dem von Osten nach Wes­ten die Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur kon­ti­nu­ier­lich sinkt, wäh­rend die Nie­der­schlags­men­ge mit der ver­bun­de­nen Höhen­la­ge deut­lich steigt, wie die fol­gen­de, nicht mehr ganz aktu­el­le (1950er Jah­re) Auf­stel­lung der mitt­le­ren Jah­res­nie­der­schlä­ge zeigt:

  • Eder­ge­biet
    • Girk­hau­sen: 1172 mm
    • Win­ge­shau­sen (440 m): 1145 mm
    • Ber­le­burg (420 m): 1068 mm
    • Erndte­brück (495 m): 1157 mm
    • Wun­dert­hau­sen (552 m): 1076 mm
    • Schwar­zen­au (370 m): 926 mm
  • Zwi­schen­tal­schei­de
    • Sas­sen­hau­sen (564 m): 1172 mm
  • Lahn­ge­biet
    • Feu­din­gen (410 m): 1136 mm
    • Laas­phe (327 m): 947 mm

Im öst­lich benach­bar­ten Hin­ter­land sin­ken die Nie­der­schlä­ge wei­ter mit der Höhe und errei­chen an der Eder in Hatz­feld (350 m) 773 mm, an der Lahn in Bie­den­kopf (273 m) 776 mm.

Erkenn­bar wirkt sich die um rund 90 m höhe­re Lage der Eder nicht aus, wohl aber die Höhe der umge­ben­den, ins­be­son­de­re der west­lich angren­zen­den Berge.

Geschichtliche Entwicklung

Die Besied­lung des Witt­gen­stei­ner Lan­des erfolg­te suk­zes­si­ve, von Hes­sen aus­ge­hend, von Ost nach West, und zwar zunächst in den bei­den Haupt­tä­lern, also denen von Eder und Lahn, die die ein­zi­gen Pfor­ten in die Land­schaft bil­den. Bis zum Jahr 800 waren die Haupt­tä­ler bis etwa zum Meri­di­an von Raum­land erschlos­sen, dann folg­ten höhe­re Tei­le der Haupt­tä­ler sowie die Neben­tä­ler. Erst um 1700 wur­den schließ­lich die höhe­ren Regio­nen besiedelt.

Erste Besiedlung in Wittgenstein

Im Bereich der heu­ti­gen Stadt Bad Ber­le­burg konn­ten Hei­mat­ar­chäo­lo­gen anhand von Gra­bungs­fun­den mehr als 150 Sied­lungs­stel­len einer ers­ten Besied­lung in der kel­ti­schen, also vor­christ­li­chen Zeit (ab etwa 700 v. Chr.) nach­wei­sen. Aus die­ser Zeit sind Wall­bur­gen bekannt, die von den Kel­ten auf stei­len Berg­kup­pen gebaut wor­den waren. Die Bur­gen lie­gen in der Nähe der heu­ti­gen Ort­schaf­ten Aue, Dotz­lar, Hes­sel­bach, Wem­lig­hau­sen und über Bad Laasphe.

Boden­fun­de, die auf eine früh­ge­schicht­li­che Besied­lung hin­deu­ten, exis­tie­ren fer­ner aus dem Bereich des Bad Laas­pher Orts­teils Ban­fe. Zu nen­nen sind hier das Stein­beil aus der Wach­tel“, einem Wald­stück in Ban­fe, sowie Topf- und Schüs­sel­frag­men­te aus dem Auer­bach“, der durch Ban­fe fließt.

Neubesiedelung in karolingischer und ottonischer Zeit

Ers­te urkund­li­che Erwäh­nun­gen der Ort­schaf­ten Laas­phe, Arfeld, Raum­land und Hes­sel­bach lie­gen aus den Jah­ren 800 und 802 n. Chr. vor. Damals war hier eine karo­lin­gi­sche Grenz­mark gegen die säch­si­schen Gebie­te im Nor­den ent­stan­den mit einer ver­gleichs­wei­se locke­ren Besiedlung.

Im spä­ten 9. und frü­hen 10. Jahr­hun­dert gehör­te das Witt­gen­stei­ner Land zum frän­ki­schen Hes­sen­gau, einem Herr­schafts­raum des Geschlech­tes der Kon­ra­di­ner. Nach namen­kund­li­chen For­schun­gen setz­te die Haupt­be­sie­de­lung des Lan­des um etwa 900 ein, als unter den Kon­ra­di­nern von Hes­sen aus neue Höfe und Sied­lun­gen in den zuerst zugäng­li­chen Tal­la­gen ange­legt wur­den. Typisch ist für die­se Pha­se die Namens­en­dung auf -hau­sen (z. B. Diedens­hau­sen, Berns­hau­sen). In dem fol­gen­den Jahr­hun­dert wur­den auch die höhe­ren Lagen besie­delt, sodass um 1000 etwa zwei Drit­tel der heu­ti­gen Dör­fer als Wohn­or­te vor­han­den waren. Ab der Jahr­tau­send­wen­de wuchs wie über­all in Euro­pa die Bevöl­ke­rung in den fol­gen­den drei Jahr­hun­der­ten auf etwa das Drei­fa­che an. Dies führ­te zur Bil­dung regel­rech­ter Dör­fer mit bis zu 10 oder 20 Hof­s­tel­len an den älte­ren Sie­del­plät­zen und zu Rodun­gen und der Neu­an­la­ge eini­ger wei­te­rer Sied­lun­gen in rela­tiv ungüns­ti­gen Höhenlagen.

Der Name Witt­gen­stein (Widechin­stein) wur­de erst­mals im Jahr 1174 urkund­lich erwähnt, als sich Graf Wer­ner I. nach einer kurz zuvor über Laas­phe mit die­sem Namen ange­leg­ten Burg nann­te. Das Gebiet war damals ein nord­west­li­cher Teil der weit­aus grö­ße­ren Graf­schaft Stif­fe“ („Stift“), in der Glie­der der Fami­lie der Gra­fen von Rei­chen­bach-Zie­gen­hain regierten.

Entstehung der Grafschaft Wittgenstein

Die Enkel des Gra­fen Wer­ner I. von Bat­ten­berg und Witt­gen­stein teil­ten sich den väter­li­chen Besitz. Im Jahr 1238 erhielt Graf Sieg­fried I. das Land um den Ober­lauf der Flüs­se Lahn und Eder und nann­te sich nun Sieg­fried von Witt­gen­stein. Damit begann die Geschich­te einer eigen­stän­di­gen Graf­schaft Witt­gen­stein, die bis zur Auf­lö­sung des Alten Rei­ches im Besitz der Gra­fen aus dem Hau­se Witt­gen­stein und ihrer Nach­fol­ger aus dem Haus Spon­heim-Sayn blieb.

Unter­halb der namens­ge­ben­den Burg Witt­gen­stein grün­de­te Graf Sieg­fried I. um 1240/​50 die Stadt Laas­phe an der Stel­le einer älte­ren Sied­lung aus karo­lin­gi­scher Zeit. 1258 wur­de nörd­lich der Eder eine zwei­te Stadt gegrün­det, Ber­le­burg, die hoch über der Ode­born gele­gen und durch Steil­hän­ge zum Ode­born­tal und dem Ber­le­bach vor Angrif­fen geschützt war. Sieg­fried I. erwarb dazu zusam­men mit Klos­ter­vogt Adolf von Graf­schaft von dem Bene­dik­ti­ner­klos­ter Graf­schaft die Eigen­tums­rech­te an dem Berg, die 1322 in den Allein­be­sitz von Sieg­fried II. von Witt­gen­stein übergingen.

Fol­gen­de Gra­fen regier­ten die Graf­schaft Witt­gen­stein nach dem Erlö­schen der Witt­gen­stei­ner in männ­li­cher Linie 1361:

  • Salen­tin von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (um 1310 – um 1392)
  • Johann IV. von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (gest. um 1436)
  • Georg von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (um 14001472)
  • Eber­hard von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (14251494) und sein Bru­der Johann, der spä­ter in den geist­li­chen Stand übertrat
  • Wil­helm von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (14881570) und sein Bru­der Johann (gest. 1551)
  • Lud­wig der Älte­re von Sayn, Graf zu Witt­gen­stein (15321605)

Im spä­ten 15. Jahr­hun­dert stell­te sich das Gra­fen­haus unter den Schutz der Land­gra­fen von Hes­sen-Mar­burg, um Angrif­fe ande­rer Lan­des­her­ren, ins­be­son­de­re des Erz­bis­tums Mainz, abzu­weh­ren. Gleich­zei­tig wur­den aber die aus dem spä­ten Mit­tel­al­ter her­rüh­ren­den engen Kon­tak­te zum Haus Nas­sau wei­ter­ge­pflegt. Im Jahr 1605 erfolg­te die Tei­lung in die von nun an selb­stän­di­gen Graf­schaf­ten Sayn-Witt­gen­stein-Ber­le­burg und Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein.

Neuzeit

Kurz vor dem Ende des Alten Rei­ches 1806 wur­den die kai­ser­treu­en Gra­fen Chris­ti­an Hein­rich zu Sayn-Witt­gen­stein-Ber­le­burg (1792) und Fried­rich Karl zu Sayn-Witt­gen­stein-Hohen­stein (1801) von Kai­ser Franz II. in den Reichs­fürs­ten­stand erhoben.

Bei­de Fürs­ten­tü­mer wur­den 1806 zunächst dem Groß­her­zog­tum Hes­sen-Darm­stadt ange­schlos­sen, dann aber auf Beschluss des Wie­ner Kon­gres­ses von 1815 an Preu­ßen abge­ge­ben. Wie­der­ver­ei­nigt bil­de­ten sie seit 1817 den Kreis Witt­gen­stein im süd­öst­li­chen Teil der Pro­vinz West­fa­len. Der Sitz des Krei­ses war Berleburg.

Am 1. Janu­ar 1975 wur­de auf­grund des Sauer­lan­d/­Pa­der­born-Geset­zes der größ­te Teil des Krei­ses Witt­gen­stein mit dem bis­he­ri­gen Kreis Sie­gen zum neu­en Kreis Sie­gen ver­ei­nigt. Der nörd­lichs­te Teil des Krei­ses wur­de dem Hoch­sauer­land­kreis zuge­schla­gen. Mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 1984 wur­de auf­grund der anhal­ten­den Pro­tes­te aus der Witt­gen­stei­ner Bevöl­ke­rung der Kreis Sie­gen in Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein umbe­nannt. Erst 1999 wur­de das Wap­pen des Krei­ses Sie­gen bzw. Sie­gen-Witt­gen­stein um das Wap­pen­bild des Witt­gen­stei­ner Wap­pens ergänzt.

Sprache und kulturelle Besonderheiten

Das Witt­gen­stei­ner Platt wird von Sprach­for­schern zum hes­si­schen Sprach­raum gezählt. Nach Möhn und Wei­ers­hau­sen wird die Mund­art in einen nörd­li­chen und einen süd­li­chen Sprach­be­reich ein­ge­teilt, der jeweils durch die Ein­flüs­se der angren­zen­den Regio­nen West­fa­lens bzw. Hes­sens und Nas­saus geprägt ist.

Eine kul­tu­rel­le Ver­bin­dung bestand his­to­risch zu Ober­hes­sen und den Sie­ger­län­der Gebie­ten, zum Teil auch zu den sauer­län­di­schen Nach­bar­ge­bie­ten. Eine Ver­bin­dung zur his­to­ri­schen Land­schaft West­fa­len ergab sich ins­be­son­de­re in den heu­te zum Hoch­sauer­land­kreis gehö­ren­den Witt­gen­stei­ner Höhen­dör­fern, da sich dort seit der Grün­dung durch den Gra­fen Casi­mir zu Sayn-Witt­gen­stein-Ber­le­burg Men­schen aus dem benach­bar­ten Sauer­land ange­sie­delt und ihre Spra­che, katho­li­sche Kon­fes­si­on und Brauch­tum mit­ge­bracht und ver­brei­tet haben.

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