Feudingen

Höhe:391 m
Flä­che:7,66 km²
Ein­woh­ner:2385 (Jan. 2007)
Bevöl­ke­rungs­dich­te:311 Einwohner/​km²
Ein­ge­mein­dung:1. Janu­ar 1975
Post­leit­zahl:57334
Vor­wahl:02754
Sta­tis­ti­sche Angaben

Feu­din­gen ist ein Stadt­teil von Bad Laas­phe im nord­rhein-west­fä­li­schen Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein. Feu­din­gen besteht aus den Sied­lun­gen Feu­din­gen und Feu­din­ger­hüt­te.

Geographie

Geographische Lage

Feu­din­gen liegt am Ober­lauf der Lahn, süd­öst­lich des Haupt­kamms des Rot­haar­ge­bir­ges, das Teil des Rhei­ni­schen Schie­fer­ge­bir­ges ist, und grenzt an die eben­falls zur Stadt Bad Laas­phe gehö­ren­den Orte Volk­holz, Rück­ers­hau­sen, Ber­mers­hau­sen und Banfe.

Gewässer

Feu­din­gen wird von West nach Ost von der Lahn durch­flos­sen. Zwi­schen Feu­din­gen und Feu­din­ger­hüt­te mün­det die Ilse in die Lahn. Außer­dem mün­den in Feu­din­gen Kal­ter­bach, Auer­bach, Wel­sen­bach und Feu­din­ge in die Lahn. In der Nähe von Feu­din­gen befin­det sich das Quell­ge­biet von Sieg, Eder und Lahn.

Geschichte

1218 wur­de Feu­din­gen erst­mals urkund­lich erwähnt in einer Schen­kungs­ur­kun­de des Adli­gen und Pleb­ans Einolf (oder Egi­nolf) von Feu­din­gen an das Klos­ter Hai­na. Die Schen­kung wird in die­ser Urkun­de vom Main­zer Erz­bi­schof Sieg­fried II. bestä­tigt. Das Ori­gi­nal der in latei­ni­scher Spra­che geschrie­be­nen Urkun­de befin­det sich im Hes­si­schen Staats­ar­chiv Mar­burg. Hier fin­det sich auch der ers­te urkund­li­che Beleg für die Feu­din­ger Müh­le, die ältes­te aller witt­gen­stei­ni­schen Mühlen.

1396 wird das Feu­din­ger Adels­ge­schlecht zum letz­ten Mal erwähnt. Spä­ter waren die Feu­din­ger Bau­ern als Lehns­leu­te ver­schie­de­ner Her­ren aus Hain­chen und Saß­manns­hau­sen meh­re­ren Rit­tern gegen­über zins­pflich­tig. Ende des 14. Jahr­hun­derts erwar­ben die Witt­gen­stei­ner Gra­fen zunächst die Vog­tei­rech­te und kur­ze Zeit spä­ter auch die Lehns­herr­schaft. Außer­dem erwarb auch die Kir­che St. Mar­tin ab der Mit­te des 15. Jahr­hun­derts Grund­be­sitz in Feu­din­gen. Die auf einem Hügel erbau­te Kir­che war lan­ge Zeit der Sied­lungs­kern des Ortes.

Bis 1618 waren nörd­lich und öst­lich der Kir­che 44 Wohn­häu­ser gebaut wor­den. Wegen des jähr­lich auf­tre­ten­den Hoch­was­sers wur­de das dar­un­ter gele­ge­ne Tal der Lahn als Stand­ort für Wohn­häu­ser gemieden.

Der dama­li­ge Lan­des­herr, Lud­wig II. zu Sayn-Witt­gen­stein, stand mit Witt­gen­stein als refor­mier­tem Reichs­stand im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg auf Sei­ten der Pro­tes­tan­ti­schen Uni­on. Die Bewoh­ner Feu­din­gens blie­ben vom unmit­tel­ba­ren Kriegs­ge­sche­hen ver­schont, den­noch lit­ten sie durch Trup­pen­durch­zü­ge und ‑ein­quar­tie­run­gen, Hun­ger und Kriegs­steu­ern unter dem Krieg. Da Feu­din­gen ver­kehrs­güns­tig“ an einer der Durch­zugs­stra­ßen lag, wur­den die Ein­woh­ner mehr­fach Opfer plün­dern­der Truppen.

1741 wur­de ein Groß­teil des Dor­fes von einer ver­hee­ren­den Feu­ers­brunst zer­stört. Inner­halb von nur zwei Stun­den brann­ten 65 Gebäu­de nie­der, dar­un­ter 33 Wohn­häu­ser und das Schul­haus. Augen­zeu­gen­be­rich­te, die im Fürst­li­chen Archiv von Bad Laas­phe archi­viert sind, las­sen ver­mu­ten, dass das Feu­er durch eine Böen­wal­ze eines star­ken Gewit­ters ver­ur­sacht wurde.

Der Bau der Sieg-Lahn-Stra­ße (Lan­des­stra­ße L 719) im Jah­re 1856, die zur lin­ken Lahn­sei­te einen Damm gegen das Hoch­was­ser bil­de­te, führ­te zur Ansied­lung von Geschäf­ten und Werk­stät­ten außer­halb des alten Ortskerns.

Wohn­plät­ze, die heu­te teil­wei­se mit dem Haupt­dorf ver­schmol­zen sind, hat­ten ins­ge­samt 14 Wohn­häu­ser mit 68 Einwohnern.

1888 brach­te dann der Bau der Eisen­bahn­stre­cke von Erndte­brück nach Laas­phe auch die Ansied­lung klei­ne­rer Indus­trie­be­trie­be mit sich.

Nach lan­gen Pla­nun­gen wur­de in Feu­din­gen 1901 erst­mals eine Was­ser­lei­tung gebaut, da die bis dahin vor­han­de­nen Brun­nen längst nicht mehr den hygie­ni­schen Anfor­de­run­gen ent­spra­chen. Wegen unsach­ge­mä­ßer Aus­füh­rung der Arbei­ten muss­te aber schon 1906 ein Ergän­zungs­pro­jekt erstellt wer­den. 1911 erhielt dann auch Feu­din­ger­hüt­te eine Wasserleitung.

Vom Kriegs­ge­sche­hen des Zwei­ten Welt­kriegs blieb Feu­din­gen weit­ge­hend ver­schont, an der Front star­ben jedoch 108 Feu­din­ger Bür­ger. Erst am 20. März 1945 erfolg­te ein Luft­an­griff ame­ri­ka­ni­scher Streit­kräf­te. Ziel des Angriffs war ein mit V‑Waffen bela­de­ner Zug, der bei einem Auf­klä­rungs­flug am Vor­tag ent­deckt wor­den war. Am 31. März 1945 wur­de der Ort dann von US-Streit­kräf­ten besetzt. Wider­stand gab es dabei kaum, sodass es kei­ne zivi­len Opfer durch Kampf­hand­lun­gen gab.

Bis zur kom­mu­na­len Neu­glie­de­rung war Feu­din­gen eine selbst­stän­di­ge Gemein­de. Am 1. Janu­ar 1975 wur­de Feu­din­gen ein Stadt­teil von (Bad) Laasphe.

Im hei­mi­schen Sprach­ge­brauch wird der Ober­lauf der Lahn auch als Obe­res Lahn­tal bezeich­net, wel­ches geo­gra­fisch erst ab der Kern­stadt den Anfang nimmt.

Einwohnerentwicklung

  • 1885: 1130 Ein­woh­ner in 197 Häusern
  • 1961: 2474 Einwohner
  • 1970: 2526 Einwohner
  • 1974: 2523 Einwohner
  • 2007: 2385 Einwohner

Politik

Wappen

ehemaliges Ortswappen
ehe­ma­li­ges Ortswappen

Bla­so­nie­rung: Ein her­se­hen­der Hirsch­kopf in ver­wech­sel­ten Tink­tu­ren in Schwarz und Sil­ber (Weiß).“

Wap­pen­be­grün­dung: Das Wap­pen wur­de schon im frü­hen 13. Jahr­hun­dert von den Feu­din­ger Rit­tern getra­gen. Einer Über­lie­fe­rung zufol­ge soll das in den Far­ben grün und weiß gesche­hen sein, jedoch ist kei­ne farb­li­che Dar­stel­lung aus die­ser Zeit überliefert.

Mit der Ein­ge­mein­dung nach Laas­phe 1975 ver­lor das Wap­pen sei­ne recht­li­che Gül­tig­keit; das alte Wap­pen wird nur noch inof­fi­zi­ell“ getra­gen und ist außer­dem Teil ver­schie­de­ner Ver­eins­wap­pen Feudingens.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Kirche

Die evan­ge­li­sche Kir­che in Feu­din­gen ist eine spät­ro­ma­ni­sche drei­schif­fi­ge Hal­len­kir­che aus dem 13. Jahr­hun­dert. Sie ist das ältes­te erhal­te­ne Gebäu­de des Dor­fes und war ursprüng­lich dem Hei­li­gen Mar­tin von Tours geweiht.

In den vor­de­ren Gewöl­ben fin­den sich Orna­men­te, die um das Jahr 1250 datiert wur­den, im Chor­raum sind alte Fres­ken (um 1450) zu sehen. Inter­es­sant ist auch eine Tafel aus dem Jah­re 1714, die von einem jah­re­lan­gen Streit um die Sitz­plät­ze in der Kir­che berichtet.

Außer­dem befin­den sich in Feu­din­gen die am wei­tes­ten zurück­rei­chen­den Kir­chen­bü­cher West­fa­lens: die Auf­zeich­nun­gen des Ster­be­re­gis­ters begin­nen bereits 1523.

Katholische Kirche

Die Fili­al­kir­che unter­stand dem Patro­zi­ni­um des Micha­el, sie wur­de ab 1963 nach Plä­nen des Archi­tek­ten Hein­rich Schä­fer errich­tet. Das Gebäu­de stand auf einem recht­ecki­gen Grund­riss und war mit einem Sat­tel­dach gedeckt, das auf der Berg­sei­te unter dem wei­ter nach unten gezo­ge­nen Dach eine Kapel­le und die Sakris­tei über­dach­te. Der Turm stand tal­sei­tig, er trug ein quer gestell­tes Sat­tel­dach. Auf­fal­lend war das gro­ße Rund­fens­ter auf der Gie­bel­sei­te. Im Innen­raum fass­te eine Decke aus Holz den Altar­raum und das Schiff zusam­men. Ernst Sub­erg fer­tig­te das Mosa­ik und die Glas­bil­der an.[3] Die ins­be­son­de­re für schle­si­sche Kriegs­flücht­lin­ge erbau­te katho­li­sche Kir­che wur­de 2007 letzt­lich man­gels noch aus­rei­chend vor­han­de­ner Gemein­de­mit­glie­der aus finan­zi­el­len Grün­den abgerissen.

Heimatmuseum Oberes Lahntal

Das Hei­mat­mu­se­um Obe­res Lahn­tal ist im Gebäu­de der alten Volks­schu­le unter­ge­bracht. Hier fin­det man über­wie­gend Aus­stel­lungs­stü­cke, die das alte Hand­werk aus der Regi­on um das Jahr 1900 zei­gen. Aber auch his­to­ri­sche Bücher, Fos­si­li­en und Boden­fun­de, kunst­voll gestal­te­te Zinn- und Kup­fer­sär­ge aus dem 17. Jahr­hun­dert usw. sind hier zu sehen.

Sport

Feu­din­gen ver­fügt mit dem soge­nann­ten Tan­nen­wald­sta­di­on über einen Sport­platz mit Kunstrasen.

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