Weidenhausen

Höhe:523 (510610) m
Flä­che:4,94 km²
Ein­woh­ner:458 (31. Aug. 2021)
Bevöl­ke­rungs­dich­te:93 Einwohner/​km²
Ein­ge­mein­dung:1. Janu­ar 1975
Post­leit­zahl:57319
Vor­wahl:02751
Sta­tis­ti­sche Angaben

Wei­den­hau­sen ist ein Stadt­teil von Bad Ber­le­burg im nord­rhein-west­fä­li­schen Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein. Die Orts­mit­te liegt 530 m ü. NN an der B 480.

Geschichte

Die Ort­schaft Wei­den­hau­sen liegt in den süd­li­chen Aus­läu­fern des Rot­haar­ge­bir­ges im Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein in einem sanft anstei­gen­den Tal­kes­sel des Rothen­bachs, umge­ben von Wie­sen, Fel­dern, Nadel- und Laub­höl­zern. Der Ort gehört seit der Gebiets­re­form im Jah­re 1975 zum Stadt­be­reich Bad Ber­le­burg und war bis zur Ein­ge­mein­dung eine selb­stän­di­ge Gemein­de des Amtes Ber­le­burg im dama­li­gen Kreis Wittgenstein.

Die ältes­te gesi­cher­te Erkennt­nis einer Erwäh­nung stammt aus dem Jah­re 1309. In die­sem Jah­re stif­te­te Curt vom Berns­häu­ser Hof der Kir­che unse­rer gne­di­gen Fro­wen“ zu Wei­den­hau­sen einen Flo­rin. Die 1765 aus­ge­bau­te Lieb­frau­en­kir­che (St. Mari­en) zu Wei­den­hau­sen gehör­te bis zur Refor­ma­ti­on im Jah­re 1555 zur Erz­diö­ze­se Mainz, Deka­nat Arfeld.

Die Bewoh­ner des Dor­fes Wei­den­hau­sen blie­ben in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten von vie­len Rück­schlä­gen nicht ver­schont. Vor allem Krie­ge, Pest­zei­ten und Feu­ers­brüns­te mach­ten den Men­schen arg zu schaf­fen. Beson­ders im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg von 1618 bis 1648 waren in unse­rem Ort sehr oft Ein­quar­tie­run­gen zu ver­zeich­nen, wobei Raub, Plün­de­rung, Ver­ge­wal­ti­gung und in den schlimms­ten Fäl­len Ver­let­zun­gen und Tod oft die Fol­ge waren. In den Pest­zei­ten wur­den die Ein­woh­ner, eben­so wie in ande­ren Orten, bis auf die Hälf­te dezi­miert. Die Feu­ers­brüns­te von April 1725 und März 1811 brach­ten die Bevöl­ke­rung eben­falls immer wie­der zur Verarmung.

Die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung im 20. Jahr­hun­dert hat die Ort­schaft aus dem Jahr­hun­der­te andau­ern­den Dorn­rös­chen­schlaf geweckt. Schon 1958 hat sich im Orts­be­reich ein Indus­trie­un­ter­neh­men (Draht­zie­he­rei) nie­der­ge­las­sen, wodurch die bis­he­ri­ge ein­sei­ti­ge land­wirt­schaft­li­che Struk­tur ver­än­dert wur­de. Neben eini­gen Gewer­be­be­trie­ben hat sich in den letz­ten Jah­ren beson­ders der Maschi­nen­bau Müs­se zu einem Unter­neh­men mit welt­wei­ten Kon­tak­ten ent­wi­ckelt. Zudem läuft zur­zeit die Pla­nung und Vor­be­rei­tung für ein 10 Hekt­ar gro­ßes Gewer­be– und Indus­trie­ge­biet in west­li­cher Rich­tung ober­halb des Orts­be­rei­ches im Anschluss an die im Jah­re 1980 ein­ge­weih­te Sportanlage.

Am 1. Janu­ar 1975 wur­de Wei­den­hau­sen nach Bad Ber­le­burg eingemeindet.

Heu­te gibt die Ort­schaft Wei­den­hau­sen ein leben­di­ges, attrak­ti­ves und reiz­vol­les Dorf­bild ab. Der alte Dorf­kern bei und hin­ter der Kir­che ist noch dörf­lich struk­tu­riert. Das Ver­eins­le­ben als Säu­le der Dorf­ge­mein­schaft ist sehr aus­ge­prägt, was durch das in der ehe­ma­li­gen Schu­le unter­ge­brach­ten Dorf­ge­mein­schafts­haus noch geför­dert wird. Da sich Wei­den­hau­sen beson­ders für die ruhi­ge, natur­na­he Erho­lung eig­net, hat der Frem­den­ver­kehr mit drei grö­ße­ren Pen­sio­nen eine gewis­se Bedeu­tung erlangt.

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 321 Einwohner
  • 1970: 329 Einwohner
  • 1974: 340 Einwohner
  • 2011: 492 Einwohner
  • 2021: 458 Einwohner

Kirche

Im Jah­re 1763 muss­te die alte Kir­che wegen Bau­fäl­lig­keit geschlos­sen wer­den und anschlie­ßend wur­de das Kir­chen­schiff bis auf den wehr­haf­ten, roma­ni­schen Turm, der noch aus der Zeit vor 1309 stammt, abge­ris­sen. Der Neu­bau der Kir­che in ihrer heu­ti­gen Form stammt aus dem Jah­re 1765. Bemer­kens­wert und ein­ma­lig in der gan­zen Umge­bung ist das spät­ba­ro­cke acht­sei­ti­ge Kir­chen­schiff, ein Zen­tral­bau mit zel­t­ar­ti­gem Man­sard­dach. 2001 wur­de die jet­zi­ge Orgel (Manu­al und frei­es Pedal mit 13,5 Registern)eingeweiht. Sie wur­de von Ecke­hard Lüd­ke aus Mar­burg (Lahn) erstellt. Die Kir­chen­ge­mein­de Wei­den­hau­sen ging 2009 in der Kir­chen­ge­mein­de Raum­land auf und ver­lor damit ihre Selbständigkeit.

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